Immunglobuline

Immunglobuline, auch Antikörper genannt, werden vom Körper zur Abwehr fremder Substanzen wie z.B. Bakterien oder Viren gebildet. Sie werden aus menschlichem Blutplasma gewonnen und bei Autoimmunerkrankungen wie z.B. der ITP eingesetzt. Im Fall der ITP können Immunglobuline den vorzeitigen Abbau der Thrombozyten verhindern, indem sie unter anderem die für den Abbau notwendige Bindung der Thrombozyten an sogenannte Fresszellen (Makrophagen) blockieren.

In ca. 80% der Fälle spricht die Therapie mit Immunglobulinen an. Im Vergleich zu allen anderen zur Verfügung stehenden Therapieoptionen wirken Immunglobuline am schnellsten, in der Regel innerhalb von 24-48 Stunden. Dies ist besonders für die Akuttherapie wichtig, wenn schwere Blutungen schnell gestoppt werden müssen oder chirurgische Eingriffe anstehen, die nicht verschoben werden können. Immunglobuline werden außerdem häufig vor geplanten Operationen eingesetzt, um die Thrombozytenwerte schnell auf unproblematische Werte anzuheben.

Die Wirkungsdauer einer einmaligen Therapie ist meist vorübergehend und kann nach 2-4 Wochen nachlassen. In einigen Fällen kann jedoch auch ein dauerhaftes Ansprechen erzielt werden. Erneute Gaben nach einer Behandlungspause zeigen allerdings in der Regel wieder den gewünschten Erfolg. Dadurch besteht die Möglichkeit, die Therapie zu steuern und nur dann einzusetzen, wenn es auch notwendig ist.

Die Immunglobulintherapie wird in der Regel gut vertragen. Nebenwirkungen wie Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Fieber sind am häufigsten zu beobachten.

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