Diagnostik

Wie macht sich die Erkrankung bemerkbar?

Die ITP macht sich durch eine erhöhte Blutungsneigung bemerkbar. Ursache für diese Blutungen sind eine verminderte Anzahl an Thrombozyten (siehe Grundlagen). Thrombozyten verschließen in kürzester Zeit verletzte Blutgefäße. Bei jedem Menschen werden täglich, meist durch Einflüsse von außen, kleine Blutgefäße beschädigt, z.B. durch

  • Stoßen an einem harten Gegenstand
  • intensives Zähneputzen mit einer harten Zahnbürste
  • heftiges Naseputzen


Bei Gesunden werden diese kleinen Defekte sehr schnell wieder verschlossen und fallen daher nicht einmal auf.
Bei Patienten mit einer ITP können jedoch selbst diese kleinen Schädigungen zu sichtbaren Blutungen führen. Typische Krankheitszeichen sind daher z.B. häufiges Zahnfleischbluten, Nasenbluten oder Blutergüsse unter der Haut („blaue Flecken“), die bereits bei leichtem Anstoßen oder ohne erkennbare äußere Einwirkungen auftreten. Bei Frauen kann die Monatsblutung verstärkt und/oder verlängert sein.

PetechienPetechien Charakteristisch ist auch das Auftreten sogenannter Petechien (siehe Bild). Dabei handelt es sich um punktförmige Einblutungen aus den kleinen Gefäßen der Haut oder der Schleimhäute. Diese stecknadelkopfgroßen roten bis blauvioletten Punkte liegen in hoher Anzahl meist dicht nebeneinander und sind häufig an den Beinen oder der Mundschleimhaut zu finden.

Treten diese Blutungen häufig auf, kann es zu einer Blutarmut (Anämie) kommen. Häufig führt diese Blutarmut auch zu einem Eisenmangel. Die Patienten bemerken dies durch einen Leistungsabfall und eine rasche Ermüdung.

Sind alle Patienten gleich stark von Blutungen betroffen?

Das klinische Erscheinungsbild der ITP hängt von der Anzahl funktions-fähiger Thrombozyten und der Häufigkeit und dem Ausmaß von Gefäßverletzungen ab. Entsprechend unterschiedlich können Anzahl und Schweregrad von Blutungsereignissen sein. Selten führt die Erkrankung zum Auftreten schwerer Blutungen. Bei fast einem Drittel der Patienten findet man keine Krankheitszeichen. Das Auftreten von Krankheitserscheinungen hängt nicht direkt mit der Thrombozytenzahl zusammen. Jeder Mensch reagiert verschieden auf niedrige Thrombozytenwerte (siehe Therapie).

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